Tiefbau-Mittelständler, mehrere Standorte, neue Auftragsabwicklung mit Kolonnenplanung musste her. Die ehrliche Frage in der ersten Sitzung: „Bauen wir das selbst zusammen, mit den ganzen KI-Tools? Oder steigen wir auf eine Plattform?”
Wir haben Plattform gewählt. Was heute läuft: Drag-&-Drop-Kolonnenplanung über alle Standorte, Live-ERP-Synchronisation, Fristen werden automatisch eskaliert. Hätten wir das mit Vibe-Coding zusammengeklickt: würde noch laufen, oder noch im Refactoring sein.
Vibe-Coding ist verlockend
Ich verstehe den Reiz. Du sitzt mit deinem CTO im Meeting, beschreibst ein Tool in 30 Minuten, und am Abend hat er einen funktionierenden Prototypen. Das ist real. Das funktioniert.
Was funktioniert ist:
- Prototypen
- Throwaway-Scripts
- Internal Tools die zwei Leute nutzen
- Hackathon-Projekte
Was nicht funktioniert ist:
- Geschäftsprozesse die fünf Jahre laufen sollen
- Compliance-relevante Workflows (Audit-Trail, Revisionssicherheit)
- Multi-Mandanten-Setups mit Datenisolation
- Skalierung über die ersten 100 User hinaus
Warum nicht?
Weil eine reife Plattform mehr ist als Code, der gerade kompiliert.
Es ist die Summe aus:
- Vorhersehbares Verhalten unter Last (auch bei 10× Traffic)
- Datenmodell das Refactoring übersteht (statt jedem Feature einen neuen JSON-Blob zu spendieren)
- Migrations-Pfade für Schema-Änderungen (statt Daten zu verlieren bei Schema-Drift)
- Audit-Trail der bei einer Prüfung standhält (statt „letzten Donnerstag wurde geändert, von wem weiß ich nicht”)
- Rollen-System das Compliance-Anforderungen abbildet (statt „alle haben Admin”)
- Recovery-Strategien wenn was kaputt geht (statt „irgendwer hat ein Backup, glaube ich”)
Das alles entsteht nicht aus einem Prompt. Das entsteht aus Jahren operativem Schmerz und sauberen Antworten darauf.
Was ich konkret gemacht habe
Ich habe die United-Plattform über Jahre aufgebaut. Bewusst gereift, mit den oben genannten Eigenschaften eingebaut. Heute baue ich darauf Anwendungen für Firmen, mit der Geschwindigkeit, die KI ermöglicht, auf einem Fundament, das schon getragen hat.
Die Cases laufen branchenweit produktiv: Compliance-relevante Ausbildungs-Systeme, ERP-Module mit branchen-spezifischer Logik, standortübergreifende Auftragsabwicklung mit Live-ERP-Sync. Sie bestehen heute, weil das Fundament sie trägt, nicht weil ein Prompt sie zusammenhalten würde.
Die ehrliche Position
KI ist Hebel. Sie macht Generalisten produktiver. Sie macht aus 14+ Jahren Erfahrung plötzlich ein Multiplikator-System.
Aber KI ersetzt keine reife Foundation. Sie beschleunigt, was darauf gebaut wird.
Wer das verwechselt, baut Software die in zwei Jahren wieder neu gemacht werden muss. Mit fünfstelligen Migration-Kosten, die in keinem Pitch-Deck stehen.
Wer das versteht, gewinnt: KI für Geschwindigkeit, Plattform für Bestand.
Wenn du gerade in der Entscheidung bist „selbst bauen oder professionell aufsetzen”, schreib mir kurz. 30 Min Erstgespräch sortieren das.